PROJEKTE

11 / Wohin geht die E-Reise?    

28. Mai 2019, 17:00-20.00 Uhr

Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm, Karlstraße 3, 89073 Ulm

 

Projekt Plattform E-Mobilität

Diese Veranstaltung war die letzte offizielle Veranstaltung des im Jahr 2015 gestarteten Gemeinschaftsprojektes "Plattform E-Mobilität" von WBZU und dem Ulmer Initiativkreis für nachhaltige Wirtschaftsentwicklung (unw e. V.), das aus Mitteln der Solarstiftung Ulm gefördert wurde.

 

Auf Grund der zurückgewonnenen Aktualität des Themas Elektromobilität - nicht zuletzt ausgelöst durch den Abgasskandal in der Automobilwirtschaft - möchten wir die Veranstaltungsreihe gerne weiterführen. Sollten Sie Interesse daran haben uns zu unterstützen, z. B. als Sponsor, nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf.

 

Blick auf Ulm und die Welt

Zum offiziellen Abschluss der Veranstaltungsreihe waren wir bei den Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm im Bürocenter K3 in der Karlstraße zu Gast, die uns bei der Organisation und Ausrichtung der Veranstaltung tatkräftig unterstützt haben. Das das Thema wieder in den Fokus rückt, war deutlich spürbar: Der Vortragsraum war bis auf den letzten Platz besetzt - zuletzt konnten wir keine Anmeldungen mehr entgegennehmen. Diese Resonanz hat uns selbst überrascht und sehr gefreut! Insgesamt konnten wir rund 100 Gäste aus verschiedenen Branchen begrüßen. Ein besonderer Dank gilt daher auch unseren treuen Plattform E-Mobilitäts-Besuchern!

 

Aktivitäten in anderen Ländern

Nach der Begrüßung und Kurzvorstellung des WBZU richteten wir zunächst den Blick auf die Entwicklungen in anderen Ländern, von deren Entwicklungen im Bereich E-Mobilität man eher weniger mitbekommt. Wie ist die Situation in anderen Ländern? Welche (politischen) Entwicklungen sind zu erwarten? Auf welche Technologien wird dort gesetzt? Auf all diese Fragen ist unser erster Referent, Dr. Manuel C. Schaloske von der Landesagentur e-mobil BW, eingegangen und hat auf einige Aspekte ein besonderes Augenmerk gelegt. Interessant waren vor allem die Ziele und der zeitliche Horizont zur Erreichung, die sich u. a. Länder wie Indien und China gesteckt haben (Folie). Auffällig ist auch, dass unter allen verglichenen Ländern Deutschland das einzige Land ohne ordnungspolitischen Rahmen ist. Nachdem es im ersten Teil des Vortrages um hauptsächlich batteriebetriebene Fahrzeuge ging, wurde auch die Brennstoffzellen-Technologie weltweit betrachtet. Wie sich zeigt, ist China auch hier in vielerlei Hinsicht Vorreiter, bauen die Chinesen doch seit dem Jahr 2010 kontinuierlich die Wasserstoff-Infrastruktur aus und setzen auch im öffentlichen Nahverkehr auf die Brennstoffzellen-Technik. In den USA liegt der Fokus vermehrt auf Brennstoffzellen-LKW, die Firma Nikola Motor Company hat bereits 8000 Vorbestellungen erhalten und wird voraussichtlich im Jahr 2020 mit der Produktion beginnen. Auch die Japaner setzen auf die Brennstoffzelle: Sie sind dabei mittels strategischer Verteilung ein Netzwerk an Wasserstoff-Tankstellen aufzubauen.

In Deutschland erfährt der Ausbau an Wasserstoff-Tankstellen langsam ebenfalls Aufwind. Über das im Jahr 2015 gegründete Joint Venture H2 Mobility sollen innerhalb von 10 Jahre 400 Wasserstoff-Tankstellen errichtet werden.

 

Exkurs Norwegen

Als kleines Überraschungs-Schmankerl gab es anschließend einen kleinen Exkurs vom technischen Leiter des WBZU und Skandinavien-Fan Peter Pioch. Er hatte für uns ein paar spannende Fakten zu Norwegen aufbereitet. Die Länder des nördlichen Europa kann man in mancher Hinsicht schon als Experimentierlabore bezeichnen, die gerne auch neue Ansätze ausprobieren (z. B. der Test in Schweden zum Grundeinkommen). Wussten Sie zum Beispiel, dass in Norwegen für Autos mit Verbrennungsmotoren eine Einmalzahlung geleistet werden muss? Diese ist abhängig vom Schadstoffausstoß. Zudem ist die sog. Vektavgift, eine zusätzliche Abgabe, zu entrichten, die sich über das Gewicht und Antriebsart des Fahrzeuges berechnet. Der Mercedes Benz G 500 kostet umgerechnet dadurch etwa 27.108 Euro mehr! Die Norweger trauen sich ja was...

 

E-Mobilität in Ulm und um Ulm herum

Anschließend haben wir den Blick wieder in die Region gelegt und Dr. Fabian Feldhoff (Business Development, SWU) hat uns hier einen wunderbaren Überblick gegeben, in welchen Bereichen die Stadtwerke aktiv sind und welche Angebote sie für die Kunden im Angebot haben. Besonders toll ist das swu2go-Angebot für Kommunen, die ohne große finanziellen Aufwand eine Ladesäule und zwei E-Fahrzeuge von der SWU bereitgestellt bekommen. Ein weiterer bedeutender Bereich ist die Ladeinfrastruktur bzw. die Möglichkeiten E-Fahrzeuge zu laden sowohl im öffentlichen, gewerblichen als auch privaten Bereich. Zudem beschäftigen sich die SWU mit weiteren/neuen Mobilitätsangeboten wie E-Lastenrädern und - ganz aktuell - E-Tretrollern (die ja kürzlich im Bund grünes Licht bekommen haben).

 

Die einzelnen Vorträge sind ab sofort für Sie abrufbar:

Elektromobilität weltweit - ein technologieoffener Ausblick über Deutschland hinaus
Dr. Manuel C. Schaloske, Leiter Energie - Cluster Brennstoffzellen BW, e-mobil BW

Exkurs: Elektromobilität - Situation in Norwegen
Dipl.-Ing. (FH) Peter Pioch, Technischer Leiter WBZU

E-mobil vor Ort: Status Quo und Ausblick für Ulm/Neu-Ulm
Dr.-Ing. Fabian Feldhoff, Business Development SWU

Um zu den Studien von e-mobil BW zu gelangen, klicken Sie bitte hier.

 

Dank

Unser besonderer Dank geht an die SWU für die intensive Unterstützung bei der Vorbereitung der Veranstaltung sowie dem unw e.V. und der Solarstiftung Ulm, die diese Veranstaltungsreihe erst ermöglicht haben.

Danke auch an alle Gäste, dass Sie so zahlreich unserer Einladung gefolgt sind und sich so intensiv in die Diskussion mit eingebracht haben! 

 

Impressionen der Veranstaltung

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