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31.08.2021

Projekt Hy-FIVE - Region wird Modellregion Grüner Wasserstoff


Breites Konsortium aus Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft überzeugt Land im Rahmen des EFRE-Förderaufrufs

 

 

Gemeinsame Presseerklärung

der Städte Ulm und Schwäbisch Gmünd, des Alb-Donau-Kreises, des Landkreises Reutlingen sowie der Landkreise Heidenheim und Tübingen

 

Ohne den Einsatz von Wasserstoff als Energieträger scheint das hochgesteckte Ziel der CO2-Neutralität nicht erreichbar. Aus diesem Grund ist ein Konsortium, bestehend aus Stadt Ulm, dem Alb-Donau-Kreis und dem Landkreis Reutlingen, dem Förderaufruf des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg für die Realisierung eines Demonstrationsprojekts "Modellregion Grüner Wasserstoff" mit der Projektskizze Hy-FIVE gefolgt. Nun wurde die gemeinsam mit den angrenzenden Landkreisen Heidenheim, Tübingen und dem Ostalbkreis erarbeitete Projektskizze vom Land im Rahmen des EFRE-Programms unter insgesamt sieben Bewerbungen ausgewählt und in den kommenden Jahren mit bis zu 33 Millionen Euro gefördert werden. Der Antrag wird von einer großen Zahl an Organisationen und Unternehmen aus Wirtschaft und Wissenschaft unterstützt (vollständige Liste der Unterstützenden unten).

 

Die beteiligten Gebietskörperschaften erwarten einen wirtschaftlichen Schub für die gesamte Region, die bereits jetzt über große Kompetenzen im Bereich Wasserstoff- und Brennstoffzellenforschung und bei der praktischen Anwendung dieser Technologien verfügt. Gerade die praktische Herstellung und Anwendung von "grünem", also umweltfreundlich hergestelltem, Wasserstoff wird besonders Wert gelegt.

 

Durch die "Modellregion Grüner Wasserstoff" sollen in einem integrierten Ansatz die Potenziale der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologien sichtbar gemacht und eine wachsende Nachfrage am Energieträger Wasserstoff ausgelöst werden. Gleichzeitig soll das Demonstrationsprojekt als Blaupause für andere Städte und Regionen in Baden-Württemberg dienen.

 

Das Projekt Hy-FIVE umfasst neben investiven Projektanteilen, wie beispielsweise Investitionen in die Infrastruktur der Modellregion, auch nicht-investive Projektteile. Zu letzteren gehören unter anderem Öffentlichkeitsarbeit und Maßnahmen zur gesellschaftlichen Sensibilisierung für das Thema grüner Wasserstoff.

 

Die nun vorliegende Skizze des Konsortiums setzt auf insgesamt vier Leuchtturmprojekte in den verschiedenen Landkreisen. Ganz bewusst sei ein dezentraler Ansatz gewählt worden, durch den jeder der Partner seine jeweiligen Stärken einbringen kann:

 

  • Produktion grünen Wasserstoffs auf Basis von Wasserkraft und die Einbindung/Nutzung in bestehende Tank- und Verladeinfrastrukturen (Projekt der Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm GmbH gemeinsam mit dem ZSW: Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoffforschung BW in Ulm)
  • Einsatz von grünem Wasserstoff für Lkw-Brennstoffzellenantriebe in der Logistik, in kommunalen Fahrzeugen und im ÖPNV - Flottentest und Betankungsinfrastruktur (Projekt der Technischen Hochschule Ulm (THU) gemeinsam mit IVECO Magirus AG und verschiedenen Speditionen)
  • Aufbau eines Industrieparks in Schwäbisch Gmünd unter Einbindung einer 8,5 MW PEM-Wasserelektrolyse als Keimzelle einer lokalen Wasserstoffinfrastruktur mit zukünftig überregionaler Pipelineanbindung. (Projekt der Stadt Schwäbisch Gmünd in Kooperation mit dem Ostalbkreis)
  • Aufbau eines Systems zur lokalen und netzübergreifenden Erzeugung, Speicherung und zum Transport von Wasserstoff sowie eine möglichst effiziente Verwendung in Kommunen, Quartieren, Industrie und Haushalten. (Hochschulen Reutlingen, Rottenburg und Ulm in Kooperation mit den Stadtwerken Tübingen, FairNetz GmbH Reutlingen, FairEnergie GmbH Reutlingen, Stadtwerke Rottenburg, Stadtwerke Mössingen, AVAT GmbH und andere Unternehmen).

 

Darüber hinaus ist der Aufbau einer Geschäftsstelle für die Region zur Koordination des Gesamtprojekts, die Öffentlichkeitsarbeit sowie Beratungsleistungen vorgesehen.
Die erarbeitete Projektskizze geht aktuell von einem Gesamtprojektvolumen von rund 57 Mio. € aus. Von Seiten des Landes wurde im Rahmen des laufenden EFRE-Programms Fördermittel im Umfang von rund 33 Mio. € in Aussicht gestellt. Die Förderperiode erstreckt sich hier bis 2027, die Projektlaufzeit wird voraussichtlich in einzelnen Teilprojekten über diesen Zeitraum hinausgehen. Die Details dazu werden nun in den kommenden Monaten im Rahmen des Verfahrens für einen Vollantrag vom Konsortium in enger Abstimmung mit dem Ministerium erarbeitet.

 

Stimmen zur Förderzusage des Landes:

 

Oberbürgermeister Gunter Czisch (Stadt Ulm):

"Natürlich freuen wir uns sehr über diesen Vertrauensbeweis des Landes. Wir konnten wichtige und hochrangige Ex-pert*innen aus der Region überzeugen, bei dem Projekt mitzumachen. Ich bin mir ganz sicher, dass die Bündelung der hier vorhandenen Kompetenz bei uns den Entwicklungen in diesem Themengebiet einen weiteren Schub geben wird. Die Förderung unterstützt unsere wissenschaftlichen Einrichtungen, aber eben auch Unter-nehmen bei diesem Transformationsprozess. Unsere Stadtwerke werden hier vorbildlich vorangehen und den eingeschlagenen Weg fortsetzen."


Landrat Heiner Scheffold (Alb-Donau-Kreis):

"Die Region hat mit Hy-FIVE ein über-zeugendes Konzept vorgelegt und setzt voll auf ihre Zukunftspotentiale. Das Thema Wasserstoff passt genau in unsere Entwicklungsstrategie für die Region und im Alb-Donau-Kreis selbst, die auf Nachhaltigkeit setzt. Hier bewegt sich gerade sehr viel. Wir wollen zeigen, wie Grüner Wasserstoff als Energieträger in die Fläche gebracht werden kann, auch bei kleineren und mittelständischen Unternehmen, bei Kommunen und in der Mobilität im ländlichen Raum. Damit stärken wir als Modellregion zugleich das Engagement des Landes im Rahmen seiner Wasserstoffstrategie.“


Landrat Dr. Ulrich Fiedler (Landkreis Reutlingen):

"Der Landkreis Reutlingen hat im Rahmen seines HyStarter-Projekts in den letzten Monaten ein engagiertes Wasserstoffnetzwerk aufgebaut und vielversprechende Projektideen für das Zukunftsthema Wasserstoffwirtschaft entwickelt. Durch Hy-FIVE können wir grünen Wasserstoff nun noch größer denken und über mehrere Kreise hinweg vorantreiben. Die gute und enge Zusammenarbeit der verschiedenen Kommunen und Partner ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor unserer Modellregion. Wir möchten dabei die dezentrale Erzeugung und Verteilung von Wasserstoff erproben und gemeinsam mit unseren erfolgreichen wissenschaftlichen Einrichtungen Modellprojekte für Kommunen, Industrie, Mobilität und Haushalte umsetzen, die auch auf andere Regionen übertragbar sind."


Oberbürgermeister Richard Arnold (Stadt Schwäbisch Gmünd):

„Die Stadt Schwäbisch Gmünd sieht sich in der Verantwortung, nicht nur für die Wirtschaftsregion Ostwürttemberg, sondern für den gesamten Südwesten, um die Trendwende hinzu einer nachhaltigen und klimaneutralen Wirtschaft zu gestalten.“

 

Landrat Joachim Walter (Landkreis Tübingen):

„Ich bin überzeugt, dass die Förderung der Hy-FIVE Wasserstoffregion Mittlere Alb-Donau ein wichtiger Baustein für die nachhaltige regionale Zusammenarbeit und die lokale Umsetzung der europäischen Klimaschutzziele ist. Und als RegioWIN FORTUNA² Leadpartner kenne und schätze ich die EFRE-Förderung in Baden-Württemberg. Die Realisierung aller Bereiche der Wasserstoffentwicklung und -nutzung im Landkreis Tübingen gibt einen wichtigen Impuls für die Stärkung unserer Wirtschaftsregion.“

 

Landrat Peter Polta (Landkreis Heidenheim):

„Auf dem Weg zur Klimaneutralität ist es unabdingbar, in nachhaltige Zukunftstechnologien zu investieren. Dass nun gemeinsam mit dem geballten Know-How der Partner der Region Mittlere Alb-Donau und dem Land Baden-Württemberg die „Modellregion Grüner Wasserstoff“ entsteht, ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Ich freue mich zudem, dass auch Unternehmen aus dem Landkreis Heidenheim Teil der Modellregion sind und unter anderem ihre schon vorhandene Wasserstoffexpertise in das Hy-FIVE-Projekt einbringen.“

 

Der Antrag der Region haben folgende Akteure durch ein Unterstützungsschreiben in Form eines Letter of Intent unterstützt:


Städte und Landkreise
Stadt Ulm (Einreicher)
Alb-Donau-Kreis (Einreicher)
Landkreis Reutlingen (Einreicher)
Stadt Reutlingen
Stadt Schwäbisch-Gmünd
Ostalbkreis
Stadt Tübingen
Landkreis Tübingen
Landkreis Heidenheim
Stadt Neu-Ulm
Landkreis Neu-Ulm
Schwabenbund

 

Stadtwerke
FairEnergie GmbH
FairNetz GmbH
Netze BW GmbH

Stadtwerke Mössingen
Stadtwerke Rottenburg am Neckar GmbH
Stadtwerke Schwäbisch Gmünd GmbH
Stadtwerke Tübingen GmbH
SWU Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm GmbH

 

Kammern
IHK Reutlingen
IHK Ulm
IHK Ost-Württemberg
Handwerkskammer Ulm inkl. WBZU
Handwerkskammer Reutlingen

 

Hochschulen/Wissenschaft
Hochschule Aalen
Hochschule Reutlingen
Hochschule Rottenburg
Technische Akademie Schwäbisch-Gmünd
Technische Hochschule Ulm
Universität Ulm (ZAWiW)
Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoffforschung BW (ZSW)

 

Industrie
AVAT Automation GmbH
B+R Autohaus GmbH Alfred Maier
Bioenergie Aichelau GmbH & Co. KG
Bioenergie Schmid GmbH & Co. KG
Brauerei Gold Ochsen GmbH
BtX Energy GmbH
Cellcentric GmbH & Co. KG
CNS Cluster Nutzfahrzeuge Schwaben
Dana/REINZ-Dichtungs-GmbH
e.systeme21 GmbH
e-flox GmbH
EKPO Fuel Cell Technologies GmbH
ErneuerbareEnergien Neckar-Alb eG
H2-Süd e.V. - DIE WASSERSTOFF INITIATIVE BAYERN & BADEN-WÜRTTEM-BERG
Handtmann Systemtechnik GmbH & Co. KG
IVECO Magirus GmbH
Liebherr-Werk Biberach GmbH
MARMIX GmbH & Co. KG
PTS-Prüftechnik GmbH
pure power GmbH & Co. KG
Robert Bosch GmbH - Standort Reutlingen
Sauer Bibus GmbH
Schäflein AG
SCHWENK Zement GmbH & Co. KG

smart hydrogen solutions GmbH
SOWITEC group GmbH
Steinbeis-Transfer gmbH - Energie- und Mobiltätssysteme (STEM)
terranets bw GmbH
Thales Management & Services Deutschland GmbH
TEVA GmbH
Voith GmbH & Co. KGaA
Wenger Engineering GmbH
WiRO - Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH Region Ostwürttemberg
wpd onshore GmbH & Co. KG
WS-Reformer GmbH
WS Wärmeprozesstechnik GmbH

 

Mobilität und Logistik
Bottenschein Reisen GmbH & Co. KG
C.E. NOERPEL GmbH
DB ZugBus Regionalverkehr Alb-Bodensee GmbH
MTI IndustrieGase AG
H. Reintaler GmbH & Co. KG
LCS Logisitik Cluster Schwaben
Robert Bayer GmbH
Seifert Logistics GmbH
Spedition Schwarz GmbH
Stöhr Logistik GmbH
Süddeutsche Verkehrslinien GmbH & Co. KG
Westfalen AG
Widmann Gase GmbH

 

Sonstige Unterstützer
efissma.group GmbH & Co. KG
Bauplan Architekten
Sülzle Holding GmbH & Co. KG

 

INFO zu EFRE:

Der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) ist ein Strukturfonds der EU, mit dessen Hilfe der wirtschaftliche, territoriale und soziale Zusammenhalt innerhalb der EU gefördert wird. Baden-Württemberg konzentriert sich mit seinem EFRE-Programm auf das Leitmotiv „Innovation und Energiewende“ und unterstützt gezielt die Themen Forschung und Innovation sowie Verminderung der CO₂-Emissionen.


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